Grenzgeschichte DG - Autonome Hochschule in der Deutschsprachigen Gemeinschaft

 

 

Helmut Clahsen 

Helmut Clahsen wurde 1931 in Aachen geboren. Seine Mutter war Jüdin und wurde bereits 1939 wegen einer angeblichen Tuberkuloseerkrankung von den Nazis ermordet.

Um zu überleben wurde Helmut zusammen mit seinem kleineren Bruder und 64 anderen verfolgten Kindern 1944 im Kloster Völkerich im belgischen Gemmenich versteckt. Bei Gefahr im Verzug – Razzien der Nazis und Ähnlichem – wurden die Kinder zu vertrauensvollen Menschen in der Nachbarschaft gebracht. Um Helfer und Kinder zu schützen war strengste Vertraulichkeit angesagt: so kannten die Kinder nie die wirklichen Namen ihrer Wirtsleute.

2004 veröffentlichte Helmut Clahsen sein Werk "Mama was ist ein Judenbalg", in dem er seine jüdische Kindheit im Grenzland beschreibt. Mittlerweile wurden über 35.000 Exemplare dieses regionalen Bestsellers verkauft.


Sehen Sie hier die kurze ZDF-Reportage über Helmut Clahsen, die am 10. April 2009, im Anschluss an die Tagung "Stille Retter" in Eupen, im Heute-Journal ausgestrahlt wurde.


Mama, was ist ein Judenbalg, Eine jüdische Kindheit in Aachen 1935-1945, Helios-Verlag, 2004

Wie war es als halbjüdisches Kind, im Alter zwischen vier und vierzehn, in Aachen?

Helmut Clahsen erzählt aus seiner Kindheit und über seine Familie: Den Vater, ein Katholik mit NS-treuen Schwestern, die versuchen, der Familie ihres Bruders das Leben schwer zu machen.

Die Mutter, eine jüdische Konzertpianistin, die leider nur kurz mit ihrer Familie zusammen sein kann. Über den verwöhnten und schwierigen Bruder, der lange nicht den Ernst der Lage erkennt.

Tante Mary, die jeder Gefahr trotzte und lebensrettende Hilfen gegeben und organisiert hat.

Und die couragierte und weise Großmutter, die ihren Lieblingsenkel immer wieder ermahnt, durchzuhalten und sein Erlebtes für die Nachwelt aufzuschreiben. Was er hier auch getan hat!

Die Nennung von Straßen und Orten in und um Aachen, in denen Torturen stattgefunden haben, führen dazu, dass die Judenverfolgung nicht mehr weit weg ist - sie bekommt in diesen Lebenserinnerungen ein Gesicht. Der Leser erfährt, was es heißt, sich verstecken zu müssen und eigentlich nicht da sein zu dürfen. Aber er erlebt auch Menschen in und um Aachen, die halfen, ohne große Worte, die ermöglichten, dass Helmut Clahsen überlebt hat und seine Erlebnisse in diesem Buch mitteilen kann.

Helmut Clahsen, geboren 1931 in Aachen, erlernte nach dem Zusammenbruch des NS-Regimes das Bäcker- und Konditorenhandwerk. Später wechselte er den Beruf und machte sich als Schauwerbegestalter selbstständig bis er 1988 durch einen Herzinfarkt zum Rentner wurde. Als Senior entdeckte er seine Liebe zum Schreiben. Nachdem er das Schicksal seiner Frau niedergeschrieben hat, hat er sich jetzt daran gewagt, seine Zeit als Kind zu NS-Zeiten aufzuschreiben. Helmut Clahsen lebt heute noch in Aachen.


Schülerprojekt

Auf Anregung von GrenzGeschichteDG haben SchülerInnen des Collège-Notre-Dame in Gemmenich nach den Helfern, die Helmut Clahsen 1944 versteckt hatten, gesucht.
Die Nachkommen dieser Helfer wurde am 6. Mai in Gemmenich von den SchüleInnen feierlich geehrt. Zu den Geehrten bei der Feierstunde gehörte auch der Gemmenicher Bürgermeister Linckens. Er nahm stellvertretend für seine Mutter, die vor 60 Jahren viele Leben rettete und ihr eigenes Leben riskierte, die Auszeichnung entgegen.

 
Artikel aus dem Grenzecho vom 09.05.2005


 

 

 

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EXTERNE AUFTRÄGE


Koordination der „Aktionstage Politische Bildung“


Demokratieerziehung in Brüssel


Vertretung der Deutschsprachigen Gemeinschaft in der „Task Force for International Cooperation on Holocaust Education, Remembrance and Research“


Vertretung der Deutschsprachigen Gemeinschaft im pädagogischen Beirat des „Jüdischen Museums der Deportation und des Widerstandes in Mechelen“


Vertretung der Deutschsprachigen Gemeinschaft im Verwaltungsrat der Gedenkstätte Breendonk



 

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