im Rahmen der Aktionstage Politische Bildung 2009 in der DG
Entstehung des Projektes
Vom 24. bis 26. November 2008 besuchten Frau Anna Mieszkowska, Autorin des Buches „Die Mutter der Holocaust-Kinder. Irena Sendler und die geretteten Kinder aus dem Warschauer Ghetto“ und deren Übersetzerin, Frau Urzsula Usakowska-Wollf, die Deutschsprachige Gemeinschaft. Über 500 Schüler der verschiedensten hiesigen Bildungseinrichtungen folgten den Ausführungen der Autorin.

Am 25. November 2008 war Frau Mieszkowska im César-Franck-Athenäum in Kelmis zu Gast. 55 gut vorbereitete Schüler/innen des dritten Jahres der deutschsprachigen Abteilung waren so angetan von dem Vortrag, dass sie die verantwortlichen Lehrerinnen baten, mit ihnen ein Projekt zu Irena Sendler und generell zu den Verbrechen des nationalsozialistischen Unrechtsregimes zu machen.

Aus Anlass der geplanten Projektarbeit wurde dann am 5. März 2009 Charles Dekeyser, Vorsitzender der ehemaligen belgischen Häftlinge des Konzentrationslagers Flossenbürg, in die Schule eingeladen, um von seinen Erfahrungen während des 2. Weltkrieges zu berichten.
Im Juli 2009 wird eine Gruppe von Schüler/innen am 11. internationalen Jugendtreffen in dieser Gedenkstätte teilnehmen.
Lesen Sie hier, die von den Schüler/innen erstellte
Biographie von Charles Dekeyser

Nach gemeinsamer Lektüre des Buches über Irena
Sendler wurde in Gruppen gearbeitet. Endziel des Projektes war es,
anhand der Angaben aus dem Buch einen Plan des Warschauer Ghettos zu
erstellen, der die dramatische Situation der damaligen Bewohner
wiedergibt.
Hierfür wurde auch die Foto- und Textdokumentation über
das Warschauer Ghetto, die 1993 zum
50. Jahrestag des Aufstandes im Warschauer Ghetto für die Christliche
Erwachsenen-Bildung CEB Merzig in Zusammenarbeit mit dem Jüdischen
Historischen Institut Warschau, von Urszula Usakowska-Wolff und Manfred
Wolff erstellt wurde, organisiert und während einer Woche, vom 21.04. - 8.05.2009, in der Schule gezeigt.
Die Geschichte des Warschauer Ghettos und die Bilder der Ausstellung finden Sie unter diesem Link:
www.manfred-wolff.com
8. Mai: Tag der Demokratie
Des Weiteren sind 46 Schüler und vier Lehrpersonen der Unter- und Oberstufe von der Auschwitz Stiftung eingeladen worden, am 8. Mai, dem Tag der Demokratie und der Menschenrechte, die Nationale Gedenkstätte Fort Breendonk und einen Markt mit ähnlichen Schülerprojekten in Boom bei Antwerpen zu besuchen.
29. April 2009: Tag der offenen Tür im CFA - Präsentation der Projektarbeiten
Sehr geehrte Damen und Herren,
ich heiße Janina Lins und bin im 3. Jahr der
Sekundarschule. Ich möchte Ihnen aus der Sicht der Schüler schildern,
wie dieses Projekt zu Stande gekommen ist und wie wir es umgesetzt
haben.
Im November letzten Jahres haben uns Frau
Mieszkowska, Autorin des Buches „Die Mutter der Holocaust-Kinder, Irena
Sendler und die geretteten Kinder aus dem Warschauer Ghetto", Frau
Usakowska, die Übersetzerin dieses Buches und Herr Dr.Ruland,
Fachbereichsleiter der Grenzgeschichte DG besucht. Sie stellten uns das
Buch „Die Mutter der Holocaust-Kinder" vor, wodurch unser Interesse an
den Themen Irena Sendler und die Judenverfolgung geweckt wurde. Wir
entschieden uns spontan dazu, dieses Buch zu lesen und uns intensiv mit
dem Thema zu beschäftigen.
Als Einleitung in das Thema Judenverfolgung
schauten wir uns den Film „Der Pianist" an. In dem Film geht es um die
Geschichte eines jüdischen Klavierspielers, der mit seiner Musik und
sehr viel Glück die Zeit des Nationalsozialismus überlebte.
Das Buch „Die Mutter der Holocaust-Kinder"
handelt davon, wie Irena Sendler Juden vor der Verfolgung durch die
Nazis gerettet hat. In dem Buch kommen sehr viele Orte, Personen und
Zeitdaten vor. Um die Zusammenhänge besser zu verstehen, wurden mehrere
Gruppen gebildet, die verschiedene Aspekte beabeitet haben.
Eine Gruppe stellte die Zusammenhänge zwischen
Ort, Name und Zeit dar. Hierbei wurden die Daten mit Hilfe von
farblichen Kennzeichen einander zugeordnet.
Eine weitere Gruppe fertigte eine Zeitleiste an.
Um die Wahrnehmung für die im Buch
vorkommenden Einzelschicksale zu schärfen, erstellte eine andere Gruppe
Steckbriefe zu verschiedenen Zeitzeugen.
Nachdem wir uns durch die vorgenannten Gruppen mit
dem Thema vertraut gemacht hatten, haben einige Schüler das im Buch
vorkommende Theaterstück „Leben im Glas" einstudiert, das Ihnen gleich
in Form eines Films gezeigt wird.
Zusätzlich wurde ein belgischer Zeuge aus der Zeit des Nationalsozialismus
eingeladen. Herr Charles Dekeyser, der Vorsitzende der ehemaligen belgischen
Häftlinge des Konzentrationslagers Flossenbürg, berichtete über seine Zeit als
Zwangsarbeiter in Deutschland im Zweiten Weltkrieg. Die Schilderung von Charles Dekeyser wurde von einigen Schülern in einem Bericht festgehalten.
Zum Abschluss unserer Projektarbeit bemühten
wir uns darum, die Ausstellung „Die Würde des Menschen ist unantastbar
- Eine Fotodokumentation über das Warschauer Ghetto" in unserer Schule
zu zeigen.
Die intensive Beschäftigung mit diesem Thema hat
uns geholfen, die Menschen, die diese Zeit miterleben mussten noch
besser zu verstehen. Das Wissen, das wir dabei erlangt haben, hat uns
die Augen geöffnet und einige den Tränen nahe gebracht. Es wird uns ein
Leben lang begleiten, so dass so etwas hoffentlich nie wieder geschieht.
Ich danke Ihnen für Ihre Aufmerksamkeit und wünsche Ihnen noch einen interessanten Abend.
Einige ausgestellte Arbeiten der Schüler/innen
Persönliche Meinung einer Schülerin zu dieser Projektarbeit
Unser Projekt zu dem Thema „Irena Sendler und die geretteten Kinder aus dem Warschauer Ghetto" fand ich persönlich sehr interessant, da es wichtig ist, zu wissen, dass sich solche Verbrechen wie im Zweiten 'Weltkrieg nie mehr wiederholen dürfen, trotz der Tatsache, dass es so vorbildliche Menschen wie Irena Sendler gibt.
Es ist immer wieder interessant, Informationen selbst herauszusuchen und Plakate zu gestalten, weil einem meist nicht von einem Lehrer vorgesagt wird, was man genau zu tun hat, sondern man selbst Entscheidungen treffen muss. Dieses Projekt war, wie die bisherigen auch, eine gute Lektion in Sachen Selbstständigkeit. Dadurch lernt man, mit anderen zusammen zu arbeiten, auch wenn es mal Uneinigkeiten in der Gruppe gibt; man übt sich auch darin, sich zu organisieren und Verantwortung zu übernehmen. Außerdem trägt es zu einem guten Arbeitsklima bei, wenn man lernt, in Ruhe mit anderen zu arbeiten und sich, wenn nötig, friedlich, zu einigen. Das heißt, man lernt, Kompromisse einzugehen, um auf einen gemeinsamen Nenner zu kommen. Und ein gutes Arbeitsklima führt zu guten Ergebnissen. Das wäre zum Beispiel, dass unsere Arbeit auch von gewissen „Persönlichkeiten", wie von Herrn Charles Dekeyser u.a., auf der Ausstellung im ACF begutachtet wird. Das ist eines der guten Ergebnisse, von den Schulnoten ganz zu schweigen. Außerdem hat es Spaß gemacht, zusammen zu arbeiten und am Ende der Projektarbeit ein positives Resultat zu erhalten.
Es ist gut, wenn man sich gegenseitig bei Entscheidungen helfen kann und die ganze Verantwortung nicht auf einer einzigen Person allein lastet. Dadurch wurden die Arbeitsmoral und die Nerven aller strapaziert, das Resultat wäre wahrscheinlich weniger gut, als wenn jeder den anderen in seiner Aufgabe unterstützt und ihm hilft, falls es Schwierigkeiten gibt oder jemand Hilfe braucht. In diesem Fall können wir uns alle ein Beispiel an Irena Sendler nehmen, die auch unter schwierigsten Bedingungen anderen Menschen half, die in Not waren.
Ich glaube, aus dieser Arbeit haben wir alle viel gelernt, sowohl über Irena Sendler und den Holocaust im Zweiten Weltkrieg, als auch über das soziale Arbeitsverhalten in der Gruppe. Wenn diese persönliche Lektion mit einem interessanten Thema kombiniert wird, kann man wirklich von einem sich lohnenden Projekt sprechen.