Grenzgeschichte DG - Autonome Hochschule in der Deutschsprachigen Gemeinschaft

 

 

Arbeit macht frei 

Kurze Biografie von Charles DEKEYSER, geschrieben von den Schüler/innen des CFA Kelmis

Am 5.März 2009 besuchte Herr Charles Dekeyser, Vorsitzender der ehemaligen belgischen Konzentrationslagerhäftlinge von Flossenbürg unsere Schule.

Charles Dekeyser wurde 1921 in Frankreich geboren. Er wuchs in ärmlichen Verhältnissen auf. 1931 zogen er und seine Eltern, inmitten der Weltwirtschaftskrise, nach Brügge zurück. In dieser Zeit war es fast unmöglich einen Job zu bekommen. Da Herr Dekeyser in Frankreich aufwuchs, konnte er kein Wort Flämisch. Also wurde er in das erste Schuljahr zurück versetzt. Er schaffte acht Schuljahre in fünf Jahren, wieer mit stolz erzählt. Ihm wurde ein Stipendium angeboten. Doch seine Eltern lehnten ab, da ihnen die Kosten trotz Stipendium zu hoch erschienen. Ihm blieb nichts anderes übrig, als bei seinem Onkel schwere Arbeit auf dem Feld zu verrichten.

1940 überfielen die Deutschen Belgien. Zwei Monate lang lebte er zu dieser Zeit vom
Diebstahl. Doch das Stehlen wurde zu riskant. Aus diesem Grund ging er mit seinem Vater zur Werbestelle. Eine Werbestelle war ein von Deutschen geleitetes Büro, um schnell Arbeiter dorthin zu schicken, wo sie benötigt wurden. Charles Dekeyser wirkte am Bau eines Flughafens mit. Er war sogar so gut, dass er bis zur Fertigstellung bleiben musste. Doch als einer seiner Kollegen mehrere Tage verschwand und nachher kahl geschoren und abgemagert zurückkehrte, ging er zurück nach Belgien.

Doch er musste zwangsweise wieder nach Deutschland um dort in einer Panzerfabrik als Kranführer zu arbeiten. Einmal wurde er in der Pause von einem deutschen Arbeiter als „Ausländer" beschimpft. Er warf ihm ein Stück Eisen an den Kopf. Blutend und wütend wollte er dem entsprechenden Mann mit einer der Ketten, die am Kran hingen, einen Schlag versetzen. Doch leider passte er nicht auf die zweite Kette auf, die in der Drehbank hängen blieb und diese zu Boden riss. Die Maschine war unbrauchbar und die Arbeit stand still. Ihm wurde Sabotage unterstellt. Der zweite Vorfall ereignete sich, als ein junger Franzose eine Zeichnung gegen Hitler gemalt hatte. Da der Franzose nicht wollte, dass das ganze Lager bestraft wurde, gab er die Tat zu. Man sah ihn nie wieder.

Daraufhin ging Charles Dekeyser zum Lagerverwalter und sagte ihm diesen Satz ins Gesicht: „Deutschland verliert den Krieg und ich sorge dafür, dass du zur Rechenschaft gezogen wirst!" Wegen dieser Aussage und der angeblichen Sabotage kam Charles Dekeyser ins KZ.

 

 

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EXTERNE AUFTRÄGE


Koordination der „Aktionstage Politische Bildung“


Demokratieerziehung in Brüssel


Vertretung der Deutschsprachigen Gemeinschaft in der „Task Force for International Cooperation on Holocaust Education, Remembrance and Research“


Vertretung der Deutschsprachigen Gemeinschaft im pädagogischen Beirat des „Jüdischen Museums der Deportation und des Widerstandes in Mechelen“


Vertretung der Deutschsprachigen Gemeinschaft im Verwaltungsrat der Gedenkstätte Breendonk



 

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