Grenzgeschichte DG - Autonome Hochschule in der Deutschsprachigen Gemeinschaft

 

 

Projektorientierte Unterrichtsgestaltung 

Zur Ergänzung des Unterrichts in der Sekundarschule, z.B. in den Fächern Geschichte, Sozialkunde und Deutsch (Dauer ca. zwei Unterrichtseinheiten), bieten wir folgende (Film)-Vorträge oder Exkursionen an:






"Pardon wird nicht gegeben" – die Menschen im Grenzland und der "Große Krieg" 1914 – 1918

In diesem, mit vielen alten Dias und Postkarten unterlegtem, Vortrag werden die damaligen Ereignisse nachgezeichnet, die bis heute zumindest unterschwellig das Verhältnis der Menschen nicht zuletzt auch im deutsch-belgischen Grenzland belasten.

Um das verständlich zu machen, gehen wir zurück in die Morgenstunden des 4. August 1914, als deutsche Soldaten – darunter das 25. Aachener Infanterieregiment "Lützow" – um dem "Erbfeind" Frankreich in den Rücken fallen zu können, völkerrechtswidrig in das neutrale Nachbarland einfielen.

Trotz nur vereinzelter Feindberührungen kam es schon am ersten Kriegstag, knapp hinter der Gren­ze, zu Übergriffen des deutschen Militärs an der belgischen Zivilbevölkerung, die in den nächsten 4 Wochen mehr als 6.000 völlig unschuldigen Menschen das Leben kosten sollte.

Den Massen­erschießungen von Zivilisten, dem mutwilligen Zerstören ganzer Ortschaften, folgte die Flucht vieler belgischer Bürger in die benachbarten Niederlande. Dem wollte die deutsche Militärverwaltung ab dem Sommer 1915 mit der Anlage eines elektrischen Todeszaunes begegnen, auch hier waren viele Tote zu beklagen.

Dieses und weitere Schikanen führten dann nach dem zweiten deutschen Einmarsch im Jahre 1940 –  nur eine Generation später –  dazu, dass sich ein großer Teil der belgischen Bevölkerung dem in vielfältiger Form widersetzte…




„Faschistische Bewegungen, Flüchtlingsschicksale, Annexion und Widerstand in Neubelgien 1919 – 1945“

Auf der Grundlage zahlreicher, teilweise noch unveröffentlichter Fotografien und Dokumente, wird in diesem Vortrag die Geschichte „Neubelgiens“, d.h. der durch den Versailler Vertrag zu Belgien gekommenen Kreise Eupen und Malmedy und des ehemaligen Gebietes von Neutral-Moresnet in der Zeit von 1919/20 bis 1945 behandelt. Die Darstellung erfolgt insbesondere aus alltagsgeschichtlicher Sicht, d.h. im Mittelpunkt des Vortrags stehen die damals hier lebenden (und oft auch leidenden) Menschen.




Francois (Rik) Wolgarten – Patriot und Widerstandskämpfer: „Ich bin Einer, der läuft nicht weg“

Es handelt sich bei dieser DVD um eine etwa 3,5-stündige Dokumentation über den 1923 in Herbesthal geborenen François (Rik) Wolgarten. Dieses lebensgeschichtliche Interview ist besonders für den Einsatz im Unterricht konzipiert worden. Alle 11 Kapitel, einschließlich der Unterkapitel sind einzeln abrufbar und können Grundlage für jeweils eine Unterrichtseinheit sein.

Bei der Erstellung dieser Dokumentation ging es in erster Linie darum, beispielhaft Zeugnis des Wirkens dieses Patrioten, sein Eintreten gegen Nationalsozialismus, Besatzung und Barbarei der Nachwelt zu erhalten.

Die Titel der Oberkapitel sind folgende:

I.  Kindheit

II.  Grenzerfahrungen 1933-1940, Onkel und Tante in Aachen

III.  1940: Odyssee nach Frankreich

IV.  Familie Wolgarten will nicht deutsch werden

V.  Fluchthilfe in Malmedy - Haft in Aachen

VI.  Zwangsarbeit in Deutschland

VII.  Flucht in die Freiheit

VIII.  Bei den Partisanen in den Ardennen

IX. Befreiung September 1944: „Auf geheime Mission für die USA“

X.  Im belgischen Geheimdienst 1945-1950

XI.  Ziviles Leben und Engagement nach 1950




„Was die Menschen bewegt“ – aktuelle Politik

In diesem Unterricht sollen aktuelle politische Themen allgemeinverständlich vorgestellt werden. Die historischen Grundlagen, sowie die Einordnung des Themas in überregionale Zusammenhänge sollen hierbei ebenfalls eine Rolle spielen. Das Themenspektrum ist völlig offen: es kann um Kommunal- und Regionalpolitik gehen, um die Entwicklung des Föderalstaates (z. B. „Belgien: quo vadis?“) oder um internationale Themen wie z.B. der „Nahostkonflikt“ oder die „US-Wahlen 2008“.

Je nach Vorhandensein und Bedarf werden auch Medien in diesen Unterrichten verwendet.  Themen ergeben sich aus der aktuellen Entwicklung oder können eventuell auch abgesprochen werden.




„Euregio Wollroute -  Route de la Laine – Wolroute“

Im Rahmen der zeitlichen Möglichkeiten bietet GrenzGeschichteDG für Schulen textilgeschichtliche Führungen in Eupen an, die eventuell auch als Tagesprogramm mit einem Besuch in Vaals und/oder Kelmis (Geschichte des Galmeibergbaus) verbunden werden können.

Das Kernland der Euregio Maas-Rhein zwischen den Oberzentren Aachen, Maastricht und Lüttich hat eine reiche industriegeschichtliche Vergangenheit. Nicht zuletzt die Wollverarbeitung prägte über Jahrhunderte das Gewerbeleben der Region. In Aachen wurde schon zur Zeit Karls des Großen gesponnen und gewebt, die Produkte auf großen Märkten und Messen in viele Länder verkauft.  Die Feintuche aus Montjoie (Monschau), Vaals, Eupen und auch Verviers, waren ihrer ausgezeichneten Qualität wegen, schon ab dem frühen 18. Jahrhundert auch in den entlegensten Winkeln der Welt zu finden.

Seit 2006 ist eine dreisprachige Broschüre, die kurz die Textilgeschichte der einzelnen Orte beschreibt und die jeweils wesentlichen Baudenkmäler vorstellt, erhältlich. Sie eröffnet dem Benutzer die Möglichkeit , diese Orte selbstständig zu erkunden.

Die Broschüre ist für Interessierte kostenlos bei GrenzGeschichteDG erhältlich.




Rundgang durch Eupen zum Thema „Aufstieg und Fall des Eupener Textilgewerbes und die soziale Lage der dort Beschäftigten“:

Bis weit in das 17. Jahrhundert hinein wurden im Eupener Land im Nebenerwerb nur einfache Tücher aus einheimischer Wolle für den Eigenbedarf  angefertigt.

Nachweislich seit dem Jahr 1680 wurden in Eupen dann Feintuche hergestellt, die ihrer ausgezeichneten Qualität wegen – sie konnten mit jedem englischen Produkt konkurrieren - , schon bald auch in den entlegensten  Winkeln der damals bekannten Welt nachgefragt wurden.

Dieser Tuchexport begründete den enormen Reichtum zahlreicher in Eupen ansässig gewordener Kaufmannsfamilien, der sich u.a. bereits im frühen 18. Jahrhundert in der Errichtung zahlreicher  Prachtbauten ausdrückte. Eupen war damals einer der bedeutensten Textilorte auf dem europäischen Kontinent!

Im Mittelpunkt der Eupener Wollroute steht  somit die Betrachtung zahlreicher gut erhaltener Kaufmannshäuser in der Eupener Oberstadt, die vom späten 17. Jahrhundert bis in die Endphase des 18. Jahrhunderts - oft von bedeutenden zeitgenössischen Baumeistern ( J. J. Couven, L. Mefferdatis, Moretti  aber auch J. C. Schlaun) geplant und teilweise auch ausgeführt worden sind.

Auf dem Rundgang betrachten wir aber nicht nur die großartig gestalteten Vorderfassaden, sondern besuchen auch wenn möglich die Innenhöfe, wo sich die ehemaligen Werkstattgebäude aus jener Zeit, die sog. ‚Schererwinkel’ befinden: hier führten Facharbeiter die für die Qualität der Feintuche so entscheidende Appretur durch.

Die Schererwinkel sind das spezielle Charakteristikum der Eupener Tuchproduktion in vorindustrieller Zeit und so eigentlich an keinem anderen Ort zu finden!

Die Eupener Wollroute umfasst aber auch den Besuch der Klosterkirche und der Hauptpfarrkirche St. Nikolaus: in  Ersterer befinden sich zwei herausragende Altäre, die von den Eupener Tuchhandwerkern des 18. Jahrhunderts gestiftet worden sind: einer von den einheimischen  Webern, ein anderer – noch bemerkenswerter – von den zugezogenen Tuchscherern, der auch ihre wesentlichen Werkzeuge – Schere und Rauhkarden – zeigt. 

In der St. Nikolauskirche – einer Meffordatis/Couven Co-Produktion – finden sich noch Heute auf den Bänken die Namen der bekanntesten  Eupener Tuchkaufmannsfamilien aus dem 18. Jahrhundert. Die Gestühle waren lebenslang gepachtet oder wurden sogar vererbt.

Auch ein Besuch auf dem Eupener städtischen Friedhof sollte unverzichtbarer Bestandteil des Besuchs sein. Auf diesem, zu Beginn des 19. Jahrhunderts angelegten Beerdigungsplatz, finden sich u.a. herausragende Denkmäler bedeutender Eupener Tuchkaufleute und z. B. auch ein Gedenkort für einen der Pioniere der christlichen Textilarbeiterbewegung Franz Bartholemy.

Zum Abschluss empfiehlt sich ein Besuch auf der Mohrenhöhe: hier bietet sich ein wunderbarer Blick auf die zur Napoleonischen Zeit entstandene Unterstadt mit ihren zahlreichen damals hochmodernen Manufaktur- und Fabrikgebäuden.

Von hier blicken wir auf  das ab 1906 gebaute Kammgarnwerk – heute Teil des ‚Eupener  Brotkorbs’ dem Kabelwerk, das ebenfalls zu Beginn des 20. Jahrhunderts entstand.

 

 

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EXTERNE AUFTRÄGE


Koordination der „Aktionstage Politische Bildung“


Demokratieerziehung in Brüssel


Vertretung der Deutschsprachigen Gemeinschaft in der „Task Force for International Cooperation on Holocaust Education, Remembrance and Research“


Vertretung der Deutschsprachigen Gemeinschaft im pädagogischen Beirat des „Jüdischen Museums der Deportation und des Widerstandes in Mechelen“


Vertretung der Deutschsprachigen Gemeinschaft im Verwaltungsrat der Gedenkstätte Breendonk



 

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